Ein paar Frühstückscroissants aus dem platzeigenen Supermarkt und eine moderate Rechnung von etwa 13 Euro runden den schönen Ausflug in die Vergangenheit ab. Heute geht es weiter über Sète entlang am Etang de Thau zur spanischen Grenze. Übernachten wollen wir in der Nähe von Perpignan, so dass uns für die morgige letzte Etappe nur noch der Weg durch Spanien bleibt.
Wir brechen zeitiger auf als geplant, denn ursprünglich wollten wir noch einen kurzen Stadtbummel durch Avignon machen. Aber unsere Sehnsucht ist gestillt, es warten andere Ziele. Über Nimes geht es auf der N113 nach Montpellier und von dort auf der N112 nach Frontignan und Sète. Wir kommen vom Hafen her in die Stadt und sehen ein paar Dutzend Wohnmobile, die sich hier an den Docks verteilen. Einen Moment überlegen wir, ob wir den Stadtbummel hier nachholen, aber eigentlich ist es uns in diesem Camp zu voll. Also kurven wir um den Mont Saint-Clair und treffen beim Etang de Thau wieder aufs Meer.
Von hier führt eine etwa 15 Kilometer lange Straße an einem ebenso langen Sandstrand entlang nach Marseillan-Plage und Agde. Auch hier haben wir vor 22 Jahren Station gemacht und wir nutzen die Gelegenheit für eine längere Pause. Ich mache es mir mit einem kühlen Bier auf den Felsen gemütlich, während Gabi den Strand nach verloren gegangenen Schätzen absucht, und Whisky einen aussichtslosen Kampf gegen die Wellen führt. Das ist das wahre Leben, so könnte es bleiben.
Kann es aber nicht, also reissen wir uns nach einer Stunde von unserem sonnigen Plätzchen los und ziehen weiter. Abgesehen von einem Abstecher in einen Supermarché hinter Narbonne passiert nun nichts Erwähnenswertes mehr. Auf der Suche nach einem Platz für die Nacht verpassen wir zunächst die Abzweigung nach Port Leucate und müssen jetzt erst landeinwärts am Etang de Leucate vorbeifahren, bis wir in Höhe der Autobahnausfahrt Perpignan-Nord eine schnurgerade Straße zum Meer erwischen. Leider ist es inzwischen stockdunkel und die Beleuchtung ausserhalb geschlossener Ortschaften bestenfalls marginal. Deshalb sehen wir nicht sehr viel von der umliegenden Gegend und die Orte an der Küste entpuppen sich als ausgesprochen Wohnmobil-unfreundlich. Bereits an der Ortseinfahrt finden sich oft Verbotsschilder, die das Übernachten untersagen, und die Einfahrten aller größeren Parkplätze sind ausnahmslos mit Höhenbegrenzungen versehen. Links und rechts davon ersticken große Felsblöcke jeden Gedanken an das Umfahren der Sperren im Keim. Kurz vor dem Ortseingang von Saint-Cyprien-Plage hat sich jemand erbarmt und einen dieser Felsblöcke weggerollt. Auf dem Parkplatz am Strand stehen deshalb bereits ein halbes Dutzend Wohnmobile, als wir uns schließlich dazugesellen.