Nun geht es also wieder in die Heimat. Wir wollen am Sonntag ankommen, also müssen wir die Rückreise etwas straffen. Unser erstes Ziel ist Quingey, der Stellplatz war schön, die Entfernung stimmt. Allerdings macht der Camping Municipal laut Campingführer Ende September dicht. Mal sehen, was uns da erwartet.
Von Singen aus geht es zunächst über die B314 nach Waldshut und dann auf der B34 am Rhein entlang Richtung Lörrach. Bei herrlich sonnigem Herbstwetter ist die Fahrt allein schon ein Genuss. Kurz vor Lörrach beginne ich mir Gedanken darüber zu machen, wie ich die Schweiz (wegen der Zollformalitäten für etwa ein Dutzend Flaschen Wein) umfahren kann. Zu spät. Keine Abzweigung mehr vor der Grenze, noch bevor wir uns anders orientieren können, stehen wir am Zoll. Jetzt umzudrehen wäre wohl etwas merkwürdig und wir wollen uns ja auch nicht unnötig verdächtig machen.
Wohin die Reise geht, fragt uns der schweizer Grenzbeamte, und ich antworte wahrheitsgemäß "Nach Frankreich." Das scheint ihm zu genügen, denn er reicht mir die Ausweise zurück und wünscht uns gute Fahrt. Ich frage ihn noch, wie ich denn nun nach Frankreich komme, erhalte aber keine wirklich verwertbaren Hinweise. Schließlich verlassen wir die Schweiz wieder nordwärts und schlagen uns über eine Hügelkette nach Westen durch, um dann bei St Louis endlich die französische Grenze zu überqueren. Danach folgen wir der 419 nach Belfort und von dort der N83 nach Besancon. Nach einem Supermarktbesuch, der uns nach unseren Erfahrungen mit dem deutschen Pfandsystem dringend geraten scheint, sind endlich auch unsere Getränkevorräte wieder auf Reiseniveau.
Irgendwie verpasse ich wohl eine Umgehungsstraße (oder es gibt keine) und quäle uns im Dunkeln durch den Besanconer Stadtverkehr. Ich bin müde, es war ein langer Tag, aber Quingey ist nicht mehr weit. Als wir in die kleine Straße rollen, sehen wir, dass der Platz tatsächlich geschlossen ist. Aber die Schranke an der Zufahrt ist entfernt und ich rolle auf den nun ungeschützten Platz, auf dem schon zwei andere Wohnmobile die kostenlose Übernachtungsmöglichkeit nutzen.
