Pünktchens Reiseabenteuer

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Sonntag, 10. September

Lac de Bouchet – Quingey

(Google Maps)

Wieder ein herrlicher Morgen, wieder ein See, wieder Jogger - und wieder fällt mir irgendein fadenscheiniger Grund ein, warum es mir heute mit dem Laufen nicht passt. Beim Spaziergang am Ufer erreichen wir ein kleines Hotel-Restaurant direkt am See, und nach einem Blick auf die Speisekarte nehmen wir uns vor, bei nächster Gelegenheit wieder hier Station zu machen und ein exquisites Nachtmahl zu uns zu nehmen.

Zunächst jedoch stehen gegenteilige Erfahrungen an. Am dritten Tag unserer Reise komme ich nicht mehr umhin, das Campingklo einzuweihen. Ich stelle weiter fest, dass ich mich völlig umsonst vor diesem Ereignis gefürchtet habe. Damit ist auch schon alles gesagt. Im Anschluss weihe ich dann auch gleich noch die Dusche ein und auch dies klappt tadellos. Allerdings ist die daraus resultierende Feuchtigkeit im Wohnmobil so hoch, dass wir beschließen, das Duschen in der Nasszelle auf das Notwendigste zu beschränken.

Wir ziehen weiter durch Le Puy, wo Gabi einen Bäcker entdeckt und uns mit frischen Frühstückscroissants versorgt. Hinter Yssingeaux fahren wir über die D105 und die D503 südlich von St. Etienne zur Rhone, die wir bei Roussillion erreichen. Kurz vor Vienne machen wir Mittagsrast und passieren dann Lyon südöstlich auf der N75. Spätestens hier wird erschreckend deutlich, dass der Neue große Shell-Atlas 93/94 die Wirklichkeit nur noch sehr ungenau abbildet, und aktuelles Kartenwerk wandert ganz nach oben auf unsere Wunschliste. Schließlich erreichen wir nach einer schier endlosen Folge von Kreiseln das Örtchen Amberieu-En-Bugey und finden von nun an problemlos unseren Weg. Über Bourg-En-Bresse geht es auf der gut ausgebauten N83 immer geradeaus Richtung Besancon. Bei einem Tankstopp stelle ich begeistert fest, dass Pünktchen sich bei gemächlichem Landstraßentempo mit knapp über elf Litern Diesel begnügt - da macht das Reisen doppelt Spaß.

Auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit greifen wir wieder auf das WoMo-Buch zurück, finden heute aber irgendwie nicht den richtigen Platz. Dafür hat der französische Campingplatzführer einen Tipp für uns: Bei Quingey verlassen wir die Nationalstraße und fahren in den Ort. Noch bevor wir über eine schicke kleine Brücke ins Zentrum gelangen, geht es direkt vor dem Fluß rechts auf schattige Parkplätze. Ich schwinge Pünktchen im letzten Moment herum und erwische die Einfahrt quasi auf zwei Rädern. Die vorderen Plätze wären ja geradezu ideal für ein Wohnmobil, aber leider steht dort ein Schild, welches das Übernachten explizit verbietet. Nur wenige Meter weiter beginnt jedoch der Camping Municipal und da auch Gabi endlich mal wieder eine heiße Dusche geniessen möchte, und irgendwann ja auch die zweite Stufe des Sanitärproblems, die Entsorgung, ansteht, freunden wir uns mit dem Gedanken an eine Komfortübernachtung auf diesem Campingplatz an.

Das Prozedere ist sehr unproblematisch: Die Anmeldung ist vormittags und abends jeweils nur für wenige Stunden geöffnet. Man fährt also einfach auf den Platz und stellt sich dort hin, wo man gerade mag.

Ich gehe dann eine halbe Stunde später zur inzwischen geöffneten Rezeption und berappe bei einer netten jungen Dame für die Übernachtung (ohne Strom) etwa zehn Euro, der Hund kostet nix. Selbst diese Mühe war jedoch unnötig, denn die junge Dame macht am nächsten Morgen eine Platzrunde und kassiert bei denen ab, die während des Abends noch eingetroffen sind.

Der Platz ist sehr gemütlich, wir stehen mal wieder direkt am Fluß. Gabi hat Enten entdeckt und ist glücklich, für den Hund grenzt am Ende des Platzes ein großes Feld zum Laufen und Toben an - auch er ist zufrieden. Und abends gehen wir in den Ort, wo wir den Tag in einem kleinen Restaurant am Dorfplatz ausklingen lassen. Beim Belag der Pizza hätte allerdings auch etwas weniger Experimentierfreude genügt: Die Kombination aus Kuttelwurst, Ziegenkäse und Senf entpuppt sich als eine recht abenteuerliche und geschmacklich gewöhnungsbedürftige Mischung.